Beginnen wir diesen Blog mit einem leichten Thema – wie bekomme ich deutsche Produkte in New York? Wer in den USA Urlaub macht, beschäftigt sich damit nicht – man trinkt amerikanisches Bier (es gibt ja auch gutes – von der Brooklyn Brewery etwa), verzichtet in der Zeit auf Schokolade, weil billige amerikanische Schokolade einfach ungenießbar ist, und trinkt amerikanischen Kaffee. Wer als Auswanderer in die USA kommt, wird hingegen bald Kleinigkeiten vermissen.

Einige Dinge findet man hier problemlos. Sauerkraut zum Beispiel (das ist kein Witz), deutschen Filterkaffee oder Becks Bier (und andere bekanntere Bier-Sorten). Als wir in unser Hochhaus nach Guttenberg, New Jersey gezogen sind, war ich ganz begeistert, als ich im Geschäft in unserem Komplex Hanuta gefunden habe. Nicht dass ich Hanuta in Deutschland so oft gegessen hätte, aber das war trotzdem ein Gefühl von „Heimat“ (auch wenn ich das Wort seltsam finde). Duplo findet man übrigens auch problemlos.

(Um kurz abzuschweifen: Irgendwann recherchiere ich auch mal, warum Guttenberg einen deutschen Namen hat.)

Meine erste Frage war, wie ich hier ordentliches Müsli finde – es gibt fast kein amerikanisches Müsli ohne Zucker oder Cane Juice. Im „Food Emporium“ entdeckte ich sogar Seitenbacher, aber leider nur Varianten mit Schokolade. Ich bin dann zu Dorset aus England übergegangen.

Wichtiger war mir, hier Erdinger Alkoholfrei zu finden. Ich bin auf den Geschmack gekommen, als ich immer wieder Erdinger Alkoholfrei nach Laufveranstaltungen bekam. So wurde das Bier Pflicht nach einem zwei-, dreistündigen Lauf. Irgendwann im Dezember schrieb ich Erdinger an, die nach ein paar Wochen meine E-Mail an den US-Vertrieb weiterleitete, der mir wiederum den Tipp gab, die Webseite Beerfinder zu benutzen. Und siehe da: Giannone Wine in West New York, keine zehn Minuten Fußweg entfernt, hat Erdinger im Angebot!

Leider nur für kurze Zeit – im Januar war Erdinger plötzlich nicht mehr lieferbar, und ich schrieb wiederum alle Kontaktpersonen an, mit denen ich einen Monat zuvor gesprochen hatte. Offenbar gab es für eine Weile schlichtweg kein Erdinger in den USA.Die Verkäufer wollten wir immer wieder anderes alkoholfreies Bier verkaufen, auch deutsches – aber das ist nicht das gleiche.

Als Giannone vor einigen Wochen drei Kästen Erdinger Alkoholfrei bekam, hab ich dann auch gleiche alle gekauft. Ich hoffe, dass ich mir mit diesem  Eintrag nicht unnötige Konkurrenz-Käufer verschafft habe – haha. Ich habe übrigens natürlich darüber nachgedacht, ob angesichts des Klimawandels der Transport von Bier über den Atlantik sinnvoll ist. Ich nehme das in diesem Fall in Kauf. Man bekommt hier auch Gerolsteiner, aber da frage ich mich schon, ob es amerikanisches Wasser nicht auch tut.

Bionade gibt’s in New York auch: Das habe ich durch Zufall in einem Deli in der 14th Street nahe der 7th Avenue entdeckt. Eigentlich wollten wir nur Eis kaufen, und ich ging achtlos an den Bionade-Flaschen im Kühlfach vorbei. Das war ich ja aus Berlin gewöhnt. Erst einige Sekunden später fiel mir auf, was ich da sah. Leider bin ich nicht oft in der Gegend, aber dann kauf ich ein paar Flaschen. Viel schlimmer war, dass es hier keine Apfelschorle gibt – aber die kann man ja selber herstellen.

Eine gute Brotquelle fehlt mir noch – Brot ist hier viel lockerer als in Deutschland. Aber bei Big Booty gibt es schon sehr leckeres Brot. Fehlt mir noch was an Produkten? Ohja, weißen Spargel findet man hier selten – aber die Saison ist eh schon vorbei…

 

 

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