In den zweieinhalb Jahren, die ich nun in New York lebe, habe ich mein Laufpensum erheblich gesteigert – dank vieler Läufe mit den New York Roadrunners und NYC Runs, zwei Organisationen, die zahlreiche Rennen in der Stadt veranstalten. Und da man keine Rennen ohne Vorbereitung laufen kann, sind mittlerweile 1000 Meilen (1600 Kilometer) pro Jahr vollkommen normal.  In zwei Teilen will ich an dieser Stelle die besten Laufstrecken in New York und die besten Laufstrecken in New Jersey (in Hudson County, um genau zu sein) vorstellen.

Viele Läufer, die in New York Urlaub machen, haben vermutlich die Frage, wo sie denn in der Stadt ihrem Hobby nachgehen können. Hier gibt es eine kleine, alles anderes als vollständige Liste. Was also sind die besten Laufstrecken in New York?

1. Laufen im Central Park

Wer in New York Urlaub macht und hier laufen möchte, muss einmal im Central Park unterwegs gewesen sein. Es gibt vier Hauptstrecken und eine große Zahl an kleineren Strecken, die New York Roadrunners auf der Webseite „Running in Central Park“ zusammengefasst hat:

  • Die volle Runde rund um den Central Park: Die Strecke ist rund 9700 Meter lang und sehr anspruchsvoll. Der Central Park hat etliche Hügel, und vor allem der Harlem Hill im Nordwesten hat es in sich, wenn man die Strecke gegen den Uhrzeigersinn läuft. Die volle Runde ist meine Lieblingsstrecke im Central Park, die ich meistens gegen den Uhrzeigersinn laufe (bei Rennen bevorzuge ich die umgekehrte, leichtere Richtung). Harlem Hill ist zwar hart, aber es ist ungemein befriedigend, wenn man erstmal den höchsten Punkt erreicht hat.
  • Die 5 Meilen Runde: Auch die kürzere Strecke, 8275 Meter lang, ist anspruchsvoll, hier vermeidet man aber Harlem Hill, da man an der 102. Straße abbiegt. Ich laufe diese Abkürzung fast nur bei Rennen.
  • Die untere Runde: Der nördlichste Punkt ist in diesem Fall die Verbindung an der 72. Straße. Das ist die einfachste Strecke, die ich gerne laufe, um auf mein Gesamtpensum an Kilometern zu kommen.
  • Die Runde rund um das Reservoir: Eine rund 2,5 Kilometer lange Runde entlang des großen Wasserreservoirs im Park. Diese Strecke ist genauso schön wie beliebt und deshalb oft überfüllt. Hier darf man deshalb nur in eine Richtung laufen. Mir ist diese Strecke persönlich zu voll, man hat aber eine tolle Aussicht auf die Gebäude entlang des Parks.

Die Webseite der New York Roadrunners führt darüber hinaus noch einige andere Strecken bzw. Variationen auf, die man gerne mal ausprobieren kann.

In welche Richtung läuft man im Central Park? Es gibt keine eindeutige Regelung (anders als am Reservoir). Ich laufe meistens gegen den Uhrzeigersinn – das gilt wohl für die Mehrheit der Läufer. Im Uhrzeigersinn läuft es sich im Central Park allerdings leichter…

Was die Frage angeht, wie sicher laufen im Central Park ist: Im Sommer 2011 wurde einem Läufer ein iPad um 6 Uhr morgens im Central Park gestohlen. Das Mitleid der hiesigen Laufkommune hielt sich damals in Grenzen. Wer läuft schon mit einem iPad?!? Grundsätzlich ist der Central Park sicher; wer allerdings zu früher oder später Stunde läuft, sollte sich eher im südlichen Bereich aufhalten und auf teure Elektronik verzichten. Ich bin die große Runde einmal um 21 Uhr abends gelaufen und war einer der wenigen Läufer zu diesem Zeitpunkt. Unsicher fühlte ich mich nicht – aber in Versuchung würde ich auch niemanden führen wollen.

2. Laufen auf New Yorks Brücken

Die Brücken sind Teil dessen, was New York ausmacht – und sie gelten als beliebte Laufstrecken. Welche Brücken lohnen sich?

  • Die Brooklyn Bridge: Laufen auf der Brooklyn Bridge dürfte ein Traum vieler Urlauber sein. Die Wahrheit ist: Wenn Sie diese Strecke einplanen, sollten Sie entweder frühmorgens oder bei schlechtem Wetter laufen. Ansonsten ist die Brücke voller Fußgänger – ein gleichmäßiges Tempo dürfte unmöglich sein.  Die Aussicht ist aber traumhaft.
  • Die Queensboro Bridge: Auch 59th Street Bridge genannt. Auch hier sind Fußgänger unterwegs, aber weit weniger als auf der Brooklyn Bridge. Und zumindest auf der Südseite der Brücke hat man einen großartigen Ausblick auf Manhattan. Dazu kommt, dass die Brücke Teil der offiziellen Strecke des New York Marathons ist – man kann also ein wenig Marathon-Luft schnuppern.
  • Die George Washington Bridge: Die George Washington Bridge (die einzige Brücke zwischen Manhattan und New Jersey) ist ein Geheimtipp für Läufer – immerhin liegt sie hoch im Norden von Manhattan. Wer keine Lust auf einen langen Lauf hat, kann den A-Train bis zur 181. Straße nehmen. Der Ausblick von der Brücke auf New York und New Jersey ist atemberaubend, auf Seiten New Jerseys gibt es mehrere Optionen, wie man den Lauf verlängern kann. Man muss beim Laufen auf der George Washington Bridge ein wenig auf Radfahrer achten, an windigen Tagen ist es oben auf der Brücke ein wenig unangenehm, aber ansonsten ist die Strecke empfehlenswert.
  • Die Verrazano Bridge: Sie wollen unbedingt hoch oben auf der Verrazano Bridge zwischen Staten Island und Brooklyn laufen? Dann melden Sie sich zum New York Marathon an. Ansonsten ist die Brücke nur für Autofahrer freigegeben.

3. Laufen am Flussufer 

Als Michele noch im East Village wohnte, bin ich regelmäßig in Richtung East River gelaufen, habe den FDR Drive an der 6. Straße überquert und bin dann in Richtung Süden abgebogen. Die Strecke ist großartig – man unterquert mehrere Brücken, läuft an den historischen Schiffen am South Street Seaport vorbei, passiert den Staten Island Fährterminal und sieht dann die Freiheitsstatue vom Battery Park aus. Von dort kann man kilometerlang weiter in Richtung Norden laufen. Ich bin meistens nördlich der East Houston Street abgebogen, um ins East Village zurückzukehren.

Ich bin kein großer Fan der Strecke weiter nördlich entlang des Hudson Rivers auf New Yorker Seite, auch wenn ich dort immer mal wieder unterwegs bin. Zum einen läuft man nicht nur entlang des Wassers, sondern auch entlang des Highways. Zum anderen ist die Skyline von New Jersey nicht so aufregend. Wer am Hudson River laufen will, sollte nach Jersey fahren.

4. Laufen in den Außenbezirken 

Ich bin nur selten außerhalb Manhattans gelaufen. Wer sich in Brooklyn aufhält, sollte unbedingt den Prospect Park besuchen. Ob der Park anspruchsvoller als der Central Park ist, darüber scheiden sich die Geister. Es gibt hier einen langgezogenen Hügel,  den ich aber nicht so anstrengend finde wie den Harlem Hill.

Man kann theoretisch auch einen Teil der Strecke des Brooklyn Half Marathons nach verfolgen und entlang des Ocean Parkways nach Coney Island laufen (ist aber nur bedingt aufregend, da die Straße sehr belebt ist).

Nur wenige Touristen werden sich wohl nach Queens oder in die Bronx verirren – beide Stadtteile bieten aber tolle Parks, Flushing Meadows (Heimat der US Open und der Mets) und Van Cortlandt Park, in denen es schöne Laufstrecken gibt. Staten Island ist die Heimat des Staten Island Half Marathons, den ich immer sehr gerne laufe. Dessen Strecke führt aber teilweise durch ein Industriegebiet. Touristen sollten die Staten Island Ferry nehmen, um die Freiheitsstatue zu sehen. Zum Laufen würde ich nicht auf die Insel reisen.

Das waren meine Empfehlungen zu den besten Laufstrecken in New York, im zweiten Teil schreibe ich über die besten Laufstrecken in New Jersey.

Derweil lohnt sich ein Blick auf die Webseite New York City Running Source. Hier findet man eine vollständige Liste aller anstehenden Rennen – wenn man in New York auch mal ernsthaft rennen möchte.

 

 

2 Thoughts on “Die besten Laufstrecken in New York

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