Dass Fußball in den USA absolut unpopulär ist, ist ein Mythos. Während der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika oder auch während der EM 2012 in Polen und der Ukraine, waren hier in New York die Spiele in vielen Kneipen auf Großleinwand zu sehen, und viele Spiele liefen zudem im regulären Fernsehen. Aber nicht nur bei besonderen Ereignissen ist Fußball in den USA angesagt. Wer aber Bundesliga in den USA gucken möchte, hat ein paar mehr Probleme.

Dieses Beitrag ist natürlich durch den heutigen Derbysieg der Schalker inspiriert. Ich bin ein bekennender Fan Schalkes, auch wenn ich leider nur noch selten Spiele sehen kann. Voriges Jahr haben wir unseren Deutschland-Urlaub so gelegt, dass wir ein Heimspiel der Mannschaft in der Veltins-Arena sehen konnten (das Unentschieden gegen Mainz). Und umso begeisterter waren wir, als Schalke zum Saison-Abschluss eine USA-Reise ankündigte – die Mannschaft spielte gegen Philadelphia Union (die übrigens ein tolles Stadion haben, da lohnt sich ein Besuch), wir kauften Karten und landeten sogar bei Schalke04 TV.

Diese Saison habe ich leider nur wenig Spiele sehen können – der Sieg gegen Arsenal war einer der wenigen Ausnahmen. Grundsätzlich gibt es durchaus Bundesliga-Spiele in den USA am Fernsehen. Früher hatte ESPN Spiele im Programm, aber ich habe den Eindruck, dass das nicht mehr der Fall ist. Ärgerlich, weil ESPN zu den Standard-Kabelsendern gehört.

Nun hat Gol TV die Bundesliga übernommen, für die aber zumindest unser Kabelanbieter (Verizon FIOS) eine Extra-Gebühr von 15 Dollar verlangt. Ich arbeite praktisch immer an Samstagen, deshalb konnte ich mich noch nicht dazu durchringen, das zu bezahlen – Wiederholungen der Schalker Spiele gibt es schließlich auch bei s04.tv. Dafür müsste ich es aber aushalten können, nicht mehr live die Ergebnisse zu kontrollieren.

Champions League wiederum gibt es bei Fox Sports, aber auch der Sender gehört leider nicht zu unserem Kabelpaket. Und: Bei Champions League Spielen ist ebenfalls nicht sicher, dass ich einen freien Tag genieße…

Also guckt man Fußball in New York besser in den Kneipen. Da gibt es in Manhattan eine eindeutige Empfehlung: Nevada Smiths, derzeit in der Webster Hall untergebracht. Hier kann man so ziemlich alles gucken, und die Atmosphäre ist großartig (ich habe dort mit zahlreichen Engländern die Champions League Halbfinale Manchester United – Schalke gesehen, ohne dass es dort Ärger gab). Zumindest die großen Fußball Turniere gibt es in New York auch in der deutschen Kneipe Zum Schneider zu sehen. Ob die dort Bundesliga zeigen, weiß ich nicht. Wer allerdings zu WM-Spielen mit deutscher Beteiligung ins Zum Schneider gehen will, muss früh da sein – der Laden ist dann gerammelt voll. Ich bin deswegen meist in andere Kneipen gegangen – zumal es hier zuletzt immer große Sympathien für das deutsche Team gab…

Man sieht: Fußball gucken in den USA ist durchaus möglich, wenn auch manchmal mit Umwegen.

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