Kaum zu glauben, aber es sind tatsächlich bereits mehr als zwei Jahre, dass ich in den USA lebe. Das bedeutet aber auch, dass wir uns wieder einmal mit den Behörden herumschlagen müssen. Am 20. April läuft meine Green Card aus – nun bemühen wir uns um eine Verlängerung. In unserem Fall geht es um die „Petition to Remove the Conditions of Residence“ mit dem Formular I-751. Was das bedeutet, will ich heute erklären…

Michele und ich haben vor bald drei Jahren geheiratet. Ende 2010 entschied ich mich spontan, in den USA zu bleiben – und Anfang 2011 bemühten wir uns, um eine Green Card, die ich zur Überraschung unseres Anwalts auch innerhalb weniger Monate bekam (normal sind acht Monate oder mehr). Stichtag ist deshalb der 20. April, der Tag, an dem meine „Permanent Residency“ begann.

Allerdings sind die ersten zwei Jahre der „Green Card“ an eine Bedingung verknüpft: Nur wenn man verheiratet bleibt, bleibt auch die Aufenthaltsgenehmigung bestehen. Und nach zwei Jahren muss man nachweisen, dass man auch weiterhin ein Paar ist. Eigentlich kein Problem…

Der Aufwand ist allerdings enorm (und lässt sich in dieser pdf-Datei nachlesen). Wir (vor allem Michele, die sehr fleißig war!) haben etliche Dokumente zusammengetragen.

Hier eine Beispielliste für Dokumente zum Formular I-751:

  • Kontoauszüge, die zeigen, dass wir unser Bankkonto gemeinsam nutzen (und unsere Gehälter dort eingehen)
  • Briefe von Freunden und Verwandten, die bestätigen, dass wir glücklich verheiratet sind
  • Fotos von uns beiden – von unserer Hochzeitsreise, von gemeinsamen Urlaubsreisen, von gemeinsamen Abenden mit Freunden usw. Mein Tipp: Rechtzeitig anfangen zu sammeln, dann muss man nicht kurz vor Ablauf der Frist nach Fotos suchen!
  • Utility bills: Telefon-, Strom-, Gasrechnungen – oder was auch immer man hat. Am besten ist es, wenn beide Namen auf den Rechnungen auftauchen.
  • Mietvertrag für die eigene Wohnung, der beide Namen aufführen sollte

Das ist natürlich nur ein grober Überblick – alle Dokumente, die zeigen, dass man verheiratet ist, kann man einreichen.

Das Verfahren dauert, so unser Anwalt, recht lange. Direkt nach Antragstellung bekommt man einen Brief, der den Eingang bestätigt. Dieser Brief ist sehr wichtig – man darf ihn keinesfalls verlieren. Wenn man wie wir ins Ausland in den Urlaub fährt, während der Antrag läuft, muss man den Brief als Original dabei haben. Falls die alte Residency Card schon abgelaufen ist, können die Beamten das dann wertlose Dokumente einbehalten. Den Brief muss man aber auf jeden Fall zurückverlangen!

Wenige Wochen nach Eingang des Antrags I-751 bekommt man eine Aufforderung, in einem der USCIS-Zentren zu erscheinen. In New York befindet sich das offenbar im West Village; da wir in New Jersey wohnen, musste ich mich auf den Weg nach Elizabeth, eine heruntergekommene Stadt, machen. Wichtig ist, dass man dort pünktlich auftaucht (ich war zu früh da, was kein Problem ist). Zu spätes Erscheinen bedeutet, dass man einen neuen Antrag stellen muss!

Die „Einladung“ betont, dass elektronische Geräte verboten sind. Als überkorrekter Deutscher habe ich Michele mein iPhone überlassen, tatsächlich aber darf man sein Handy mitnehmen – man darf es drinnen nur nicht benutzen. Wer das ignoriert, kann rausfliegen und theoretisch den Termin verlieren.

Bei dem Termin werden Fingerabdrücke und ein Foto genommen – das ist das gleiche Prozedere wie bei der ursprünglichen Antragstellung. Die Wartezeit kann variieren, der Termin selbst dauert fünf Minuten.

Braucht man einen Anwalt zum Ausfüllen des Green Card Formulars I-751?

Das ist eine gute Frage. Die „Petition to Remove the Conditions of Residence“ ist sehr klar verständlich. Man kann sie problemlos ohne einen Anwalt ausfüllen und einreichen. Wir haben vor zwei Jahren aber sehr gute Erfahrungen mit unserem Anwalt gemacht, weshalb wir uns wieder an ihn gewandt haben.

Das ist allerdings ein teures Vergnügen: 505 Dollar kostet die Bearbeitung der „Petition to Remove the Conditions of Residence“, weitere $85 bezahlt man für den Biometrie-Termin. Dazu kommen dann noch die Anwaltsgebühren. Wer lieber sparen will, kann den Antrag sicher ohne Rechtsbeistand – vor allem, wenn es eigentlich klar sein sollte, dass man verheiratet ist. Michele und ich leben zusammen, teilen ein Konto – da dürfte es keine Probleme geben.

Das heißt aber nicht, dass man nicht doch noch mal zum Interview eingeladen wird. Angeblich werden Paare zufällig ausgewählt, die bei der Einwanderungsbehörde erscheinen müssen und befragt werden. Wir waren beim ersten Mal (dann ist das Interview verpflichtend) schrecklich nervös, haben dann aber mit der Beamtin vor allem darüber geredet, wie wir ohne Auto unsere Einkäufe in New Jersey erledigen (mit dem Bus) und warum wir FIOS gegenüber anderen Kabelfernseh-Optionen bevorzugen…

Das nächste Abenteuer wird wieder das DMV sein – also das Department of Motor Vehicles (oder auf Deutsch: die Führerschein-Behörde). Mein Führerschein sagt deutlich, dass ich eine „temporary residency“ habe und mein Führerschein im Juli ausläuft. Ich fürchte, dass ich im Sommer wieder persönlich bei der DMV erscheinen muss. Und wer in den USA lebt, weiß – es gibt kaum eine schlimmere Behörde als die DMV…

3 Thoughts on “Zwei Jahre in den USA: Green Card verlängern

  1. Pingback: Zu Besuch in Deutschland | Auf in die USA

  2. Jennifer Maurer on 4 Juli, 2013 at 07:33 said:

    Wir haben vor 5jahren in New Jersey gewohnt ich und meine Mutter wir haben auch Green cards. Sie war mit einem us Soldat verheiratet der leider verstarb sie bekommt rennte und wohnt wieder in Deutschland nun läuft ihre Green Card 2015 jetzt wissen wir nicht ob sie ohne Green Card noch weiter Rente kriegt haben sie vielleicht eine Idee wie wir das rausfinden können?

  3. Pingback: Einwandern in die USA – das Immigrationsverfahren erläutert (Teil 2) | Auf in die USA

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