Nachdem ich im ersten Teil meiner kleinen Serie über die Einwanderung in die USA die Vorbereitungen für das Antragsverfahren zum Erhalt der Green Card erläutert habe, möchte ich in diesem zweiten, kürzeren Teil beschreiben, was in den Monaten vor dem großen Interview bei der Einwanderungsbehörde passiert.

Aber vorab: Eines habe ich im Teil 1 vergessen – einen weiteren Antrag, den man hoffentlich nicht braucht, aber durchaus in Betracht ziehen sollte. Wer eine Einwanderung in die USA nach einer Hochzeit plant und das Antragsverfahren im Ausland abwartet, darf nicht in die Vereinigten Staaten einreisen, während das Verfahren noch läuft. Wer den Antrag innerhalb der USA stellt, kann während der Verfahrens-Laufzeit die USA nicht verlassen. Ansonsten ist das Verfahren hinfällig, und man muss von vorne beginnen – dann aber im Heimatland. Deshalb kann es durchaus sinnvoll sein, von vorne herein den Antrag zu stellen, Reisen in wichtigen Fällen zu erlauben.

Die USA lassen sich diesen Antrag einiges kosten – 500 Dollar. Wenn es aber einen familiären Notfall gibt, möchte man nicht unbedingt einen ganzen Tag in einer Behörde verbringen, um eine Ausreise kurzfristig genehmigt zu bekommen. Wir haben die Gebühr also bezahlt, die Sondergenehmigung aber zum Glück nie gebraucht.

Nun aber zum eigentlichen Thema:

Was passiert, nachdem man den Antrag auf Einwanderung in die USA gestellt hat?

Zunächst einmal wird man zu einem Behördentermin eingeladen – Fingerabdrücke, Unterschrift und Passphoto werden gebraucht (zwei Jahre später wiederholt sich dies). Irgendwann trudelt ein Brief von der USCIS mit einem bestimmten Termin ein, den man nicht verpassen darf. Nicht erscheinen bedeutet, dass der Antrag hinfällig ist.

Als „ordentlicher Deutscher“ war ich eine gute Stunde zu früh bei der USCIS in Elizabeth, NJ (wir wohnen in New Jersey, New Yorker haben es weit einfacher) – ich wollte keinesfalls riskieren, zu spät zu kommen. Beim ersten Mal musste ich draußen warten; als ich vor wenigen Wochen erneut erscheinen musste, ließ man mich 45 Minuten früher herein.

Wichtig ist, die Einladung sowie Reisepass oder Personalausweis mitzubringen. Das Mobiltelefon sollte man besser zuhause lassen, definitiv aber keinesfalls benutzen. Ansonsten kann es passieren, dass man rausgeworfen wird. Wer sich an den Händen verletzt hat, braucht einen neuen Termin – die USCIS-Mitarbeiter nehmen Abdrücke von allen zehn Fingern.

Der Termin selbst dauert nur wenige Minuten. Neben den Fingerabdrücken werden dort Unterschrift und Foto gespeichert, anschließend darf man wieder nach Hause fahren.

Social Security Card beantragen

Anschließend benötigt man eine Social Security Card. Diese lässt sich nicht direkt mit der Steueridentifikationsnummer, die es in Deutschland gibt, vergleichen.

Während man in Deutschland die IdNr nur braucht, wenn man mit dem Finanzamt zu tun hat, wird die Social Security Number hier in den USA weit häufiger verwendet. Wer einen Kredit beantragt, muss sie angeben, wer einen Telefonvertrag unterschreibt, muss sie ebenfalls parat haben. Amerikaner kennen ihre Social Security Number deswegen auch meist auswendig. Ich habe mich daran bis heute nicht gewöhnt – ich kenne meine Nummer nicht und muss im Zweifelsfalle immer nachschauen.

Die Social Security Number gab es in Hoboken in einer weiteren Behörde. Der Aufwand ist gering: Man füllt ein Formular aus und bringt dieses sowie den Nachweis, das man die Immigration in die USA beantragt hat, zu einem Social Security Center. Wenig später kommt die Karte per Post.

Irgendwann (nach einigen Wochen) erhält man die Arbeitserlaubnis in den USA. Wie unser Anwalt zu sagen pflegt: Die Behörden haben zwar noch nicht entschieden, ob man in den USA bleiben darf. Arbeiten und Steuern zahlen soll man aber schon.

Das alles entscheidende Interview für die Immigration in die USA kommt dann Monate später…

One Thought on “Einwandern in die USA – das Immigrationsverfahren erläutert (Teil 2)

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