Blick auf Manhattan von Governors Island

Blick auf Manhattan von Governors Island

Governors Island ist wahrscheinlich nicht mehr das bestgehütete Geheimnis von New York. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass man dem Stress der Großstadt in wenigen Minuten entfliehen kann, wenn man die kostenlose Fähre auf die Insel südlich von Manhattan nimmt. Trotzdem waren bis heute selbst viele New Yorker nicht auf der Insel – Michele hatte zum Beispiel Governors Island bis zu diesem Sommer noch nie besucht.

Vor einigen Wochen haben wir es endlich geschafft. An einem freien Sonntag sind wir nach New York gefahren, haben ein Citi Bike zum Battery Park genommen und sind dort in wenigen Minuten mit der Fähre auf die Insel gefahren. Ein Trip, der sich lohnt.

Aber zunächst ein wenig zur Geschichte von Governors Island – die Insel wurde zunächst als Farmland, später dann als Militärbasis (insbesondere während der Revolution) genutzt. Ab den Sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts diente die Insel dann der Küstenwache als Station, bis diese 1996 umzog. In all diesen Jahren war Governors Island nicht öffentlich erreichbar, weshalb es kein Wunder ist, dass viele New Yorker sie noch nie besucht haben. Erst seit 2003, seitdem die Bundesregierung die Insel übergeben hat, kann die Öffentlichkeit sie besuchen.

Wer aber noch in diesem Sommer raus auf Governors Island will, muss sich beeilen. Die Fähren fahren jeweils nur am Wochenende und nur zwischen dem Memorial Weekend Ende Mai und Labor Day am ersten Montag im September. Das heißt, man hat nur noch wenige Wochen Zeit.

Wer die Insel besucht, ist beeindruckt, wie sich die Atmosphäre hier von Manhattan unterscheidet. Wer auf dem Parade Ground steht (hier ein Link zu einer Karte von Governors Island), kann nur noch ansatzweise die Wolkenkratzer wenige hundert Meter entfernt sehen. Aber nicht nur das: In diesem Sommer findet auf der Insel die FIGMENT Ausstellung statt. Michele fühlte sich an die East Village in den frühen Neunzigern erinnert, ich mich an Berlin Mitte, bevor die Gegend hip wurde. Die Ausstellung hat etwas Links-Alternatives, was man im New York unter Bloomberg nicht erwarten würde. Kurzum: Es machte viel Spaß, die verschiedenen Projekte zu beobachten.

Neben FIGMENT gibt es immer wieder interessante Events auf Governors Island. Die New York Times berichtete in dieser Woche davon, dass man einmal im Jahr auf Governors Island campen kann (dazu muss man allerdings auch mit dem eigenen Kanu übersetzen). Zudem findet jeweils im Juni ein 10 Kilometer Rennen auf der Insel namens „Get Outside on Governors Island“ statt. Ich würde das Rennen gerne mal laufen (Schleichwerbung: Hier mein Artikel zu den besten Laufstrecken in New York), allerdings findet es so früh morgens statt, dass ich nicht rechtzeitig mit dem Bus nach New York kommen kann.

Für einen Besuch von Fort Jay kamen wir ebenfalls zu spät, als wir zur Governors Island übersetzten – wer sich das historische Militärgebäude anschauen will, sollte morgens auf die Insel fahren. Das Museum schließt schon relativ früh am Nachmittag.

Trotzdem: Wer an einem Sommerwochenende der Hitze und dem Stress New Yorks entfliehen will, ist auf Governors Island gerade richtig.

Tipps für einen Ausflug zur Governors Island:

  • Ein Besuch von Governors Island ist möglich zwischen dem Memorial Day Wochenende (Ende Mai) und Labor Day (am ersten Wochenende im September), jeweils am Samstag und Sonntag sowie an an den Montagen, auf die Memorial Day und Labor Day fällt. Ein Besuch ist kostenlos.
  • Bargeld mitbringen. Zumindest die Essensstände sind „Cash Only“, die wenigen ATMs verlangen hohe Gebühren. Die interessanteren Stände befinden sich am südöstlichen Ende des Parade Grounds. Governors Beach Club bietet vor allem Burger und Pommes, bietet dafür eine großartige Aussicht auf Manhattan.
  • Die Fähre ist kostenlos und fährt vom Battery Maritime Building ab. Dieses befindet sich links vom Terminal der Staten Island Ferry.
  • Auf der Webseite des Trusts for Governors Island findet man alle Events auf der Insel. Am 25. August findet der Volkswagen Traffic Jam statt.

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