Gemüse und anderes in Virginia Beach

Gemüse und anderes in Virginia Beach

Wer die USA niemals außerhalb der großen Städte gesehen hat, hat keine Ahnung, wie Amerika eigentlich tickt. Wir haben die vergangene Woche in Virginia Beach verbracht, einer Küstenstadt in Virginia – kein Ort, den man besucht, um Kultur oder Geschichte zu erleben, sondern schlichtweg um hier Sonne am Strand zu tanken. Wir waren schon einmal hier – als ich den Rock’n’Roll Halbmarathon in Virginia Beach gelaufen bin.

Der Süden der USA – also praktisch alles südlich der Mason Dixon Line – ist ein seltsames Land. Ich mache mich manchmal darüber lustig, wie viele Starbucks es in Manhattan pro Quadratkilometer gibt. Irgendwann (also wenn mit dem Wagen Wilmington in Delaware verlässt), findet man keine Starbucks mehr. Dafür gibt es hier ungefähr so viele Kirchen pro Quadratkilometer wie Starbucks in Manhattan, scherzte ich.

Virginia Beach dürfte den meisten Deutschen kaum bekannt sein, genauso wie die meisten deutsche Touristen keine Ahnung haben, dass man in den USA nördlich von Florida wunderbar Strandurlaub machen kann. Als ich 1996 zum ersten Mal in die USA kam, war ich ein Nachmittag am Strand in Coney Island – mehr habe ich vom Atlantik nicht gesehen. Aber es gibt wunderbare Küstenorte auf Long Island, in New Jersey und weiter südlich.

Viel unternehmen kann man in Virginia Beach allerdings nicht. Entlang der Atlantic Avenue gibt es zahllose Geschäfte mit billigen T-Shirts. Wir sind in unsere Urlaubswoche auf den Golfplatz gegangen, saßen am Strand – und ich war laufen. Der New York Marathon ist nur noch elf Wochen entfernt.

Die Rock’n’Roll Rennserie – in den USA umstritten

Als ich vor einigen Jahren schon einmal im Virginia Beach war, hätte das Timing kaum besser sein können: Am Ende der Woche stand der Virginia Beach Rock’n’Roll Halbmarathon an – das Rennen findet immer am Sonntag am Labor Day Weekend statt. Die Rock’n’Roll Serie, die langsam auch ihren Weg nach Europa findet, hat in den USA einen zwiespältigen Ruf. Am Halbmarathon in Las Vegas gab es in den vergangenen Jahren einige Kritik, und sämtliche Bekannte, die am 10 Kilometer Rennen in New York teilnahmen, waren hinterher verärgert. Die Rock’n’Roll Serie, veranstaltet von der Competitor-Gruppe, ist letztlich eine kommerzielle Veranstaltung – die Teilnehmer zahlen viel und sollten deswegen auch viel erwarten.

Das Rennen in Virginia Beach war allerdings exzellent vorbereitet: Startschuss ist morgens um 7 Uhr (dringend notwendig angesichts der Hitze, die dort im Sommer möglich ist). Der Kurs führt aus der Stadt heraus, über eine Militärbasis (daran muss man sich in Virginia Beach gewöhnen – Militär sieht man hier überall, die Kampfflieger sind hier auch spät abends noch unterwegs) und zurück nach VA Beach. Die Ziellinie liegt am Strand. Wer seinen Halbmarathon beendet hat, bekommt anschließt ein Eis und ein kühles Bier.

Warum sich der Virginia Beach Halbmarathon lohnt: Hier gibt es an dem Wochenende ein Musikfestival, und die Teilnehmer am Rennen bekommen Freikarten (zusätzliche Tickets lassen sich günstig kaufen). Zu hören gibt es Rockmusik – Billy Idol und B52s traten hier schon auf, als ich das Rennen lief, waren unter anderem Heart die Headliner. In diesem Jahr gibt es Third Eye Blind zu sehen.

Wer übrigens den Berlin Marathon läuft, sollte sich das Rennen durchaus mal näher anschauen. Es lässt sich gut als letzter Test vor der langen Strecke in Berlin laufen.

Reisetipps:

  • Die Autofahrt von New York nach Virginia Beach dauert rund neun Stunden, Mittagspause und Verkehr eingeplant. Wir sind über die Chesapeake Bay Bridge gefahren – ein aufregendes Spektakel.
  • Wer nur zum Rennwochenende nach Virginia Beach will, sollte lieber fliegen. Flüge von allen drei New Yorker Flughäfen ins benachbarte Norfolk dauern rund 60 Minuten.
  • Die Hotels am Strand und damit in Start- und Zielnähe sind am Rennwochenende recht teuer. Es gibt Strandhäuser südlich von Virginia Beach (wir waren in diesem Jahr in Sandbridge), die allerdings nur wochenweise zu mieten sind. In Norfolk gibt es günstigere Hotels, die Shuttles zum Rennen anbieten.
  • Rechtzeitig buchen – nach dem Labor Day enden in vielen Bundesstaaten die Schulferien. Man muss also mit erhöhtem Reiseverkehr rechnen.
  • Beim Rennen selbst an Sonnenschutz denken. Wenn die Sonne scheint, wird es selbst frühmorgens sehr heiß. Die Versorgung beim Rennen selbst ist aber perfekt – es gibt Getränke, Gus und Musik an vielen Stellen.
  • Vegetarier werden in Virginia Beach Probleme haben (ich habe viele Veggie Burger gegessen). Fischliebhaber kommen aber auf ihre Kosten.

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