Finisher Foto vom New York Marathon

Finisher Foto vom New York Marathon

Dreimal war ich in den vergangenen drei Jahren beim New York Marathon angemeldet. Zweimal wurde ich akzeptiert. Und jetzt bin ich den Marathon endlich gelaufen – nach drei Jahren in New York.

2011 hatte ich nicht unbedingt erwartet, dass ich das Rennen laufen können würde. Ich war in der Lotterie angemeldet – die Chance, über diesen Weg einen Platz im Marathon zu bekommen, lag grob geschätzt bei 1:10. Immerhin bekam ich wegen meiner Anmeldung und weil ich in der Region rund um New York wohne eine Einladung zum „Opening Day“ im April 2011 – eine live übertragene Show, bei der einige Gewinner gezogen wurden und alle anderen immerhin ein T-Shirt sowie eine kostenlose Registrierung zum „Dash to the Finish Line“ 5K-Rennen bekamen.

Statt selber zu laufen, arbeitete ich ehrenamtlich im Krankenzelt nahe der Ziellinie als Übersetzer. Und mein US-„Debüt“ als Marathoner gab ich drei Wochen später in Philadelphia (weniger überlaufen, schnellerer Kurs, aber nicht so aufregend wie New York).

2012 hätte dann mein erster New York Marathon stattfinden sollen. Wer Mitglied bei den New York Roadrunners ist, an neun Rennen teilnimmt und bei einer Veranstaltung voluntiert, hat einen Startplatz beim Marathon sicher.

Wir wissen alle, was mit dem New York Marathon 2012 passierte – Sandy kam dazwischen. Einige Tage nach dem Hurrikan, zwei Tage vor dem Marathon wurde das Rennen abgesagt.

Ich habe meine eigene Meinung zu der Absage: Ich glaube nicht an die Verschwörungstheorien vieler Läufer von auswärts, die glauben, dass der Marathon bewusst so spät abgesagt wurde, damit die Touristen in die Stadt kommen und hier Geld ausgegeben. Ich glaube auch nicht, dass den Veranstaltern das Schicksal der Menschen in Staten Island, Brooklyn oder Queens egal war.

Ich bin überzeugt, dass die späte Entscheidung ein typischer Fehler des scheidenden Bürgermeisters Michael Bloomberg war: In Manhattan – zumindest im nördlichen Teil des Stadtteils – war schon zwei Tage nach dem Hurrikan nicht mehr viel von Schäden zu sehen. Was außerhalb Manhattans passiert, hat den Bürgermeister nie viel interessiert. Dafür war er immer der Meinung, dass es der Stadt gut geht, wenn es der Wirtschaft gut geht – also sei es für New York gut, wenn das Rennen stattfindet. Am Ende war er es, der die Absage verzögerte.

Aber die Absage des New York Marathon 2012 ist ein Jahr her. Es lohnt sich kaum mehr, über das Rennen zu spekulieren – zumal 2013 mit dem größten Teilnehmerfeld aller Zeiten ein voller Erfolg war.

Ich will hier nicht mit Details zu meinem Rennen langweilen, ich will lieber über das Rennen selbst schreiben. Es gab ein paar Dinge, die mir nicht gefielen – ich hatte einen Startplatz im grünen Bereich, also auf der unteren Ebene der Verrazano Bridge. Die Veranstalter hatten es versäumt, hier Lautsprecher aufzustellen. Was oben passierte, bekamen wir kaum mit. An einigen Stellen in Brooklyn wurde die Strecke richtig eng. Und der „Walk of Death“ – der lange Marsch nach Überqueren der Ziellinie – gefällt wohl kaum einem Teilnehmer.

Großartig hingegen ist die Atmosphäre des Rennens. Ich war die Stimmung aus Berlin gewöhnt, wo dich die Zuschauer in den letzten zehn Kilometern tragen. In New York ist alles noch viel lauter – der Lärm auf 1st und 5th Avenue war geradezu ohrenbetäubend. Der Gegenwind in diesem Jahr wurde deswegen natürlich nicht weniger, und der Hügel entlang des Central Parks wurde auch nicht flacher, trotzdem fühlt man sich geradezu wie ein „Rockstar“.

Und natürlich guckt man die Stadt auf einmal mit anderen Augen an. Es gab Gegenden, in denen ich noch nie war – im Süden Brooklyns etwa oder im jüdischen Teil von Williamsburg. Als wir an diesem Wochenende aus Connecticut zurück nach Manhattan kam, sah ich die 59th Street Bridge – und dachte stolz darüber nach, wie ich diese vor einer Woche bezwungen habe.

Meine Zeit war übrigens nicht so gut wie gehofft – man darf hier keine Bestzeiten erwarten, zumal war es extrem windig. Aber mit 4:01:02 war ich durchaus zufrieden.

Der New York Marathon sollte auf der „Bucket List“ jedes Marathon Läufers stehen. Ich bin 2014 wieder dabei.

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