Die Skyline von New York - her aufgenommen von Weehawken - ist es, was die Formel 1 Veranstalter interessiert.

Die Skyline von New York – her aufgenommen von Weehawken – ist es, was die Formel 1 Veranstalter interessiert.

In dieser Woche wurde es offiziell: Das Formel 1 Rennen in New Jersey wird auch im kommenden Jahr nicht stattfinden. Das Rennen war wie im Vorjahr im vorläufigen Rennkalender vermerkt, ist aber im endgültigen Kalender nicht vermerkt.

Formel 1 findet also 2014 nicht in New Jersey statt. Zum Glück.

Ich kann verstehen, warum Bernie Ecclestone ein Rennen vor der Haustür von Manhattan haben möchte. Die Skyline von Manhattan sieht nirgends imposanter aus als von Weehawken und West New York aus – dem geplanten Austragungsort des Formel 1 Rennens. Womöglich könnte es die Rennserie in den USA populärer machen – hier interessiert sich niemand für die Formel 1. Sebastian Vettel? Kennt hier niemand. Aber ein Rennen, bei dem im Hintergrund Empire State Building & andere Wolkenkratzer zu sehen sind – das bringt imposante Fernsehaufnahmen.

Aber damit ist das Problem des Formel 1 Rennens in New Jersey schon beschrieben: Es geht nicht darum, dass das Rennen in Jersey stattfindet, es geht darum, dass es in der Nähe von Manhattan stattfindet. Das ist schon so im kommenden Jahr beim „Super Bowl“. Bernie Ecclestone gibt das indirekt in einem Statement zu, das NJ.com veröffentlicht hat: „Wir sind kurz davor, ein F1 Rennen in New York City durchzuführen.“

Glauben die Bürgermeister von Weehawken und West New York wirklich, dass die beiden Orte von dem Rennen profitieren?

Ein paar Argumente gegen das Formel 1 Rennen in New Jersey:

  • Der wirtschaftliche Profit bleibt aus: Es gibt in direkter Nachbarschaft nur wenige Hotels (zwei neue werden ab 2014 am Fährhafen Port Imperial gebaut) und Restaurants. Die meisten Touristen werden in New York wohnen und zu der Veranstaltung anreisen.
  • Massive Beeinträchtigungen für Anwohner:Das Rennen soll auf den beiden wichtigsten Durchfahrtsstraßen stattfinden. Der gesamte Verkehr müsste über enge innerörtliche Straßen umgeleitet werden. Wie das aussieht, wissen Anwohner schon vom 4. Juli, wenn viele Touristen für das Feuerwerk in New York in die Region kommen und die beiden Straße ebenfalls gesperrt sind. Auf dem Weg nach Manhattan kommt es anschließend zu massiven Staus.
  • Ist das Rennen hier nicht zu gefährlich? Boulevard East ist eine enge Straße mit Gehwegen und Bäumen. An der Seite sind steile Klippen. Was passiert, wenn es da zu einem Unfall kommt?

Dass das Rennen für 2014 abgesagt wurde, hat offenbar einen einfachen Grund. Die Veranstalter können die immensen Summen, die für die Durchführung notwendig sind, nicht aufbringen. Gibt es irgendwo auf der Welt ein Formel 1 Rennen, das ohne staatliche Subventionen durchgeführt wird? In New Jersey soll das der Fall sein – die beiden Orte und der Bundesstaat wollen das Rennen nur „moralisch“ unterstützen und gegebenenfalls die Infrastruktur verbessern. Genau das ist es, was jetzt offenbar das Rennen erstmal verhindert.

(Anmerkung: Als Anwohner wäre ich von den Behinderungen massiv betroffen.)

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